Jagdschloss St. Meinolf

Inmitten des Naturparks Arnsberger Wald steht das malerische Jagdschloss St. Meinolf, das früher Conradsruh bzw. Wilhelmsruh genannt wurde. Es wurde 1891 im Hevetal als letztes Schloss im Sauerland erbaut. Architekt war Graf von Hardenberg aus Kiel, der das Schloss für Conrad Heinrich II. von Donner errichtete. Der Hamburger Bankier, der auch Güter in Schleswig-Holstein besaß, kaufte im Arnsberger Wald große Forstflächen. Nach seinem Tod im Jahr 1911 ließ sein Sohn und Erbe, Conrad Heinrich III. von Donner, das mit einfachen Mauersteinen erbaute Jagdschloss durch mehrere An- und Umbauten in eine repräsentative Residenz verwandeln.

Bemerkenswert ist das reiche Fachwerk in den Obergeschossen, das man bei Schlössern selten sieht. Charakteristisch sind die vielen unterschiedlich ausgeprägten Krüppelwalmdächer sowie die rechteckigen und rundbogigen Fenster in Steinfassungen. Herausstechend ist der dekorative Turm mit Pyramidendach, der um einen Laternenaufsatz ergänzt ist. Fachwerk und Turm wurden erst unter dem Sohn des Bauherrn geschaffen.

Malerisches Waldschlösschen mit vielen Besitzern

Als Folge der Weltwirtschaftskrise mussten die von Donner das 45.000 Quadratmeter große Grundstück samt Anwesen an Wilhelm von Opel, den Sohn von Adam Opel, verkaufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die englische Militärverwaltung den Bau. Ab 1947 pachtete das Erzbistum Paderborn das Fachwerkschloss von der Familie von Opel und betrieb dort eine Bildungsstätte.

1980 kaufte es das Generalvikariat des katholischen Militärbischofs, lies es restaurieren und um Nebengebäude im selben Stil erweitern. Nach den Bauarbeiten diente das Jagdschloss katholischen Soldaten als Ort der religiösen Diskussion und Weiterbildung. Schon 1998 wurde es wieder weiterverkauft, hatte seitdem mehrere Besitzer und diente zwischenzeitlich auch als Hotel. Heute ist es im Privatbesitz und nicht mehr zugänglich.

Neben dem Jagdschloss haben die von Donner noch etwas am Möhnesee hinterlassen, das an sie erinnert. Infolge ihrer Beziehungen zum Tierpark Hagenbeck in Hamburg haben sie nämlich nichtheimisches Wild angesiedelt. Zwar sind die meisten Arten inzwischen verschwunden, das Sikawild jedoch konnte sich bis heute behaupten.

Das Jagdschloss und das Sikawild

Freiherr von Donner setzte erste Sikahirsche 1893 in ein 600 Hektar großes Revier, das mit einem Gatter umgeben war. 1936 führte Schneebruch zu einem teilweise zerstörten Zaun. Erste Tiere konnten entkommen und vermehrten sich in der völligen Freiheit. Nachdem im Jahr 1945 das Gatter ganz geöffnet wurde, besiedelte die aus Asien stammende Hirschart allmählich den gesamten Arnsberger Wald.

Ende der 1970er-Jahre war der Bestand am Möhnesee auf tausende Tiere angewachsen. Danach wurde er durch gezielte Jagd verringert, weil man feststellte, dass Sikahirsche beträchtliche Schäden im Forst anrichteten. Mit geschätzten 1.500 Tieren (Stand 2014) ist die heimische Sikawildpopulation heute die größte und zugleich wildbiologisch bedeutendste in Deutschland.

Das Rotwild und Sikas sich hier schon lange Zeit ohne Probleme vertragen, ist national einzigartig. Dennoch gab es in der Vergangenheit immer wieder Pläne das Sikawild ohne Beschränkungen zum Abschuss freizugeben, weil es nicht heimisch ist.