Buchtipps
zum Möhnesee

„Die Möhnetalsperre im Wandel der Zeit“

Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum der Möhnetalsperre hat der Heimatverein Möhnesee einen umfangreichen Bild- und Textband herausgegeben. Ziel war es, ein fachlich anspruchsvolles, aber doch gut lesbares Buch mit sachlichen und zugleich auch populär vermittelten Informationen nebst vielfältigen Bildimpressionen aus dem Lebensraum Möhnesee zu schaffen. Die kurzweiligen Beiträge beschäftigen sich beispielsweise mit den geografischen und geologischen Voraussetzungen für den Bau der Talsperre, mit der Geschichte der Talsperre, der Schifffahrt und dem Tourismus, mit der Landschaft, Natur und Wasserqualität. Ein höchst facettenreiches Werk fachkundiger Autoren, das insbesondere all jenen eine informative Lektüre ist, die den See und seine Umgebung besser kennenlernen wollen. Umso bedauerlicher, dass das „Die Möhnetalsperre im Wandel der Zeit“ nur noch schwer erhältlich ist.

„DuMont Bildatlas Sauerland und Siegerland“

Die Bilder des Fotografen Ralph Lueger zeigen faszinierende Panoramen und ungewöhnliche Nahaufnahmen. Sechs Kapitel, gegliedert nach regionalen Gesichtspunkten, geben einen Einblick in die Wanderregion par excellence. Zu jedem Kapitel gehören Hintergrundreportagen und Specials, die aktuelle und interessante Themen aufgreifen. Eines der Themen widmet sich dem Gerstensaft mit Tradition, ein weiteres Thema verrät, wie neue Konzepte das Sauerland touristisch an die Spitze bringen sollen, und ein anderes berichtet vom Schützenwesen, das aus dem gesellschaftlichen Leben im Sauerland nicht wegzudenken ist. Den Abschluss eines jeden Kapitels bilden Infoseiten mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten, die auf der nebenstehenden detaillierten Reisekarte leicht zu lokalisieren sind. Viele persönliche Tipps des Autors sowie Empfehlungen zu Hotels und Restaurants ergänzen das Infoangebot. Wer abseits der Touristenpfade etwas Außergewöhnliches erleben möchte, folgt den Aktivtipps. Abgerundet wird der Bildatlas durch das Servicekapitel, das praktische und allgemeine Informationen für die Vorbereitung der Reise beinhaltet sowie Daten und Fakten zum Reiseziel liefert.

„Felix am Fluss“ von Willi Kemper

Der Junge Felix wird im Krieg geboren und wächst in einer zerstörten und vom Krieg gezeichneten Landschaft auf. In den autobiografischen Erzählungen des Künstlers Willi Kemper ist die Zerstörung der Möhnetalsperre und die riesige Flut der Ausgangspunkt aller Geschichten. In der dörflichen Welt ist er schon früh bei allen Ereignissen dabei; die Welt des Dorfes ist für ihn wie ein kleines Universum. Sein Leben als Kind ist frei und behütet, die Umwelt gibt ihm weiten Raum. Durch den Jungen Felix wird die Unmittelbarkeit des Geschehens lebendig. Der Leser kommt in eine Welt, die völlig anders funktionierte und anderen Bedingungen unterlag. Zugleich entwickelt die Erzählung ein Grundgefühl für die Zeiterfahrung, aus der die Bundesrepublik entstand. Und immer wieder gibt sie einen Rückblick auf die Nazi-Diktatur, auf das eigenartige Verhältnis der Menschen nach dem Krieg zu ihrer unmittelbaren Vergangenheit. Erinnerung und Reflexion lassen dichte und plastische Sprachbilder entstehen. Das Buch „Felix am Fluss“ kann direkt beim Autor bestellt werden.

„Nachtauge“ von Titus Müller

Dicht an der Möhnetalsperre befindet sich ein Lager, in dem ukrainische Zwangsarbeiterinnen Waffen produzieren müssen. Doch der Leiter ihres Lagers, Georg Hartmann, ist ein Mann voller Zweifel und Skrupel. Und er ist im Begriff, eine Liebesgeschichte zu beginnen, die ihm eigentlich nur den Tod bringen kann. Zur gleichen Zeit jagt in London der britische Geheimdienst eine deutsche Spionin, die raffinierter und kaltblütiger als alle ihre männlichen Kollegen ist. Jetzt steht sie vor ihrem größten Coup: der Aufdeckung einer womöglich kriegsentscheidenden Operation der britischen Luftwaffe. Diese bereitet die Bombardierung der größten deutschen Stauseeanlagen vor. Erstes Ziel: die Möhnetalsperre. „Nachtauge“ ist ein historischer Roman voller Spannung, geschrieben von Titus Müller.

„Naturschätze Südwestfalens entdecken“

Von den Niederungen der Westfälischen Bucht bis in die Hochlagen des Südwestfälischen Berglandes finden sich in den Landschaften Südwestfalens zahlreiche Naturschätze. Vielfältige Projekte zur Entwicklung und Optimierung von Naturschutzgebieten sind in den vergangenen Jahren in der Region durchgeführt worden. Die attraktiven Schutzgebiete entwickeln sich zunehmend zu Anziehungspunkten für an der Natur interessierte Menschen, doch allzu häufig sind sie nicht oder nur lokal bekannt.

Das Buch „Naturschätze Südwestfalens entdecken“ präsentiert 50 Schutzgebiete Südwestfalens, die einen besonderen Wert für das Naturerlebnis haben. Darunter der Arnsberger Wald, die Hellwegbörde, der Kleiberg, das Möhnetal und natürlich der Möhnesee. Herausgegeben wurde das empfehlenswerte Werk von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest und weiteren Naturschutzorganisationen. Die reichlich bebilderten Einträge enthalten Informationen über das Gebiet und die dort vorkommenden Pflanzen- und Tierarten. Karten enthalten Routenvorschläge für Radfahrer und Wanderer, QR-Codes führen zu Internetseiten mit weiterführenden Infos. Hinweise zur Anfahrt und Tipps für die Umgebung runden die Einträge ab.

„Wasserkrieg“ von Helmuth Euler

Helmuth Euler war gerade einmal zehn Jahre alt, als eine britische Bombe 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, tatsächlich die Möhnetalsperre traf und einen verheerenden Schaden anrichtete. Tatsächlich deshalb, weil es damals mit vorhandenen Bomben einfach nicht möglich war, die monumentale Sperrmauer in die Knie zu zwingen. Verheerend, weil es mit einer Neuentwicklung schließlich doch gelang und dabei über 1.500 Menschen ihr Leben ließen. Eine der größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts, dessen Maßstab der Vernichtung erst zweieinhalb Jahre später durch den Abwurf einer Atombombe in Japan übertroffen wurde.

Für den Werler Filmemacher und Fotografen ist das Ereignis vom 17. Mai 1943 zu einem Lebensthema geworden. Bis ins kleinste Detail hat er alles zu den Rollbombenangriffen recherchiert, was irgendwie zugänglich war und bereits 1975 die erste Auflage seines Buchs „Als Deutschlands Dämme brachen“ herausgebracht. Der Nachfolger „Wasserkrieg“ stützt sich auf in jüngster Zeit freigegebene offizielle Dokumente internationaler Archive sowie auf die Aussagen weiterer Zeitzeugen.

Mit seinem neuen Buch ist Euler erneut ein einzigartiges Standardwerk zum Kampf um das durch Talsperren kontrollierte Ruhrwasser gelungen. Der Leser findet hier eine detaillierte Dokumentation der Ereignisse vor, während und nach den Angriffen. So präzise, dass sie problemlos auch als Doktorarbeit durchgehen würde. Allerdings weder langatmig noch trocken, sondern aufschlussreich und spannend. Illustriert mit über 350 äußert seltenen Dokumenten und Fotos, die das ganze Ausmaß der Möhnekatastrophe und ihrer dramatischen Folgen zeigt.